Lost in Devils Garden

Wir haben uns tatsächlich verlaufen. Und das kann passieren. Der gewählte Trail im Arches National Park führt durch den „Devils Garden“ und ist ein „primitive trail“, bei dem man viel klettern muss. Ich bin vor 4 Jahren diese Strecke mal mit Eggi gelaufen, daher wusste ich, dass das eine der spektakulärsten Wanderungen ist, die ich so kenne. Viel über Stock und Stein, Felsen rauf und wieder runter klettern, atemberaubende Landschaft. Leider ist der Weg nur mit Steinen gekennzeichnet, die von anderen aufgeschichtet werden – oder eben auch nicht. Irgendwo haben wir den richtigen Pfad verlassen und kletterten zwischen den Felsen umher. Es herrschte Totenstille, nur wir beide und eine Krähe, die schon über unsere Köpfe kreiste. Wir versuchten immer wieder Fußspuren aufzunehmen und ihnen zu folgen. Aber es führte immer irgendwo in eine Sackgasse. An einer Stelle wäre es irgendwie weitergegangen, aber nur mit einem Sprung über eine Felsspalte. Da musste ich an den Film 172 Stunden denken, der ja hier in der Nähe gedreht wurde. Und dann haben wir uns für den Rückweg entschieden, obwohl wir schon deutlich über die Hälfte des Trails geschafft hatten. Das war schon nicht so ohne! Das darf man nicht unterschätzen, es war ja auch schon 17h und eine Stunde später geht die Sonne langsam unter.

Marlene ist aber wild entschlossen, es morgen noch mal zu versuchen.  Ich fand das schon enorm, vor allem weil wir vorher schon den Aufstieg zum Delicate Arch geschafft hatten.

Der Arches Nationalpark ist aber auch ein besonderes Fleckchen Erde, Die Felsformationen sehen je nach Sonnenstand unterschiedlich aus, fast unwirklich. Nicht ohne Grund dient die Gegend hier als Kulisse für unzählige Western-, aber auch andere Filme.

Wir haben uns heute entschlossen, etwas Tempo rauszunehmen und mindestens eine weitere Nacht in Moab zu bleiben. Das ist ein ganz nettes Städtchen, mit touristischer Infrastruktur, in dem man auch mal abends etwas schlendern kann. Das ist nicht selbstverständlich! Meistens liegen die Motels ja an irgendwelchen Ausfallstraßen, die mindestens 4, oft aber 6-spurig sind. Außerdem liegt Moab unglaublich gut zwischen verschiedenen tollen Canyons. Vielleicht bleiben wir sogar eine dritte Nacht uns lassen hinten raus irgendwas weg. Das wäre ja auch nicht schlimm. Hier macht sich bezahlt, dass wir vorab nichts gebucht hatten. Es ist kein Problem hier per Internet an einem beliebigen Ort ein gutes Motel zu buchen. Und das Bowen Motel ist mitten in Moab, hat schöne große Zimmer und schnelles Wifi! 🙂

3 Kommentare

  1. Hallo ihr beiden,
    das war ja ganz schön spannend….hoffentlich hat Omi nicht so genau mitgelesen 🙂
    Das mit dem langen und entspannten Autofahren kann ich nur bestätigen, wenn man bei uns eine Strecke von 400 km zurücklegt ist man mehr oder weniger fix und fertig, in den USA ist das völlig anders, weil dort kein „Krieg“ auf der Straße ist, sondern alle, auch wenn es 5-spurig ist, alle entspannt sind.
    Ich denke, dass ihr beiden eine wirklich unvergessliche Reise erlebt, worüber ihr in vielen Jahren noch sprecht.
    Ich freue mich schon auf die nächsten Abenteuer, macht es gut!!
    Liebe Grüße
    Pedi

  2. Hallo Ihr zwei,

    das liest sich wirklich sehr spannend. Wir warten schon gebannt darauf, wie es morgen weitergeht.
    Die Felsformationen sind so außergwöhnlich und abwechslunsgreich, dass man dort einfach ein paar Tage bleiben kann. Hoffentlich macht Ihr in paar Fotos.

    Sollte Ihr nochmal zu Delicate Arch laufen, guckt mal, ob Ihr meine Kappe dort findet. 🙂

    Viele Grüße

    Eggi

    • Nach der Kappe haben wir tatsächlich Ausschau gehalten! Aber ohne Erfolg. Das strahlende Weiß dürfte sich nach 4 Jahren dem roten Sand angeglichen haben 😉